High Needs Baby – Die Einsteins und die Schulschwänzer?

High Needs Babys haben eine einzigartige Gehirnstruktur. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass High Needs Babys eine hohe Neuroplastizität ausweisen. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass diese Babys besonders stark auf Ihre Umwelt reagieren. Das geht im negativen, wie auch im positivem Sinne: In einer besonders schlechten Umgebung sind das die Kinder, die am ehesten besonders schlechtes Verhalten an den Tag legen. Ein positives, unterstützendes und liebevolles Umfeld dagegen kann gerade diesen Kindern jedoch zu unerreichten Höhen, besonders guten Leistungen und Glück verhelfen. 

Habe ich ein High Needs Baby? Was sind die Kriterien?

High Needs Baby beruhigen mit elektrischer FederwiegeNormalerweise gilt: Wenn Sie ein High Needs Baby haben, dann wissen Sie es. Ihre Erfahrung in den ersten Wochen und Monaten scheint sich so deutlich von denen anderer Eltern zu unterscheiden. Andere Eltern teilen ständig Bilder von Ihren Babys auf denen sie wach und komplett entspannt daliegen und am Familienleben teilnehmen. Sie dagegen sind ständig ausgelaugt, haben keine Zeit mehr für die elementarsten Dinge des Lebens. In Ihrem Hinterkopf ist Ihnen eigentlich klar: Das kann doch nicht normal sein. Im Folgenden haben wir, angelehnt an den Amerikanischen Kinderarzt William Sears M.D., die wichtigsten Kriterien für ein High Needs Baby zusammengetragen.

 

  • Ungeduldig, Fordernd

High Needs Babys möchten ihre Bedürfnisse schnell, am besten sofort erfüllt bekommen. Wenn ein High Needs Baby unzufrieden ist, lässt es dies sein Umfeld sofort spüren. Es quengelt, schreit, wird ohrenbetäubend laut. Da ist wenig Zaghaftes in seiner Stimme. Der Schrei eines High Needs Babys geht durch Mark und Bein und versetzt seine Eltern in Alarmbereitschaft.

  • Hyperaktiv, bewegt sich viel

Ein High Needs Baby bewegt sich die ganze Zeit. Es sieht umher, nimmt jeden Aspekt seiner Umwelt genau war. Als ungewöhnlich aufgewecktes Baby strampelt es ununterbrochen mit den Beinen, rudert mit den Armen und macht den ganzen Tag Geräusche.

  • Energie raubend

Eltern von High Needs Babys merken schnell, dass ihnen die Energie fehlt. Sich mit dem Baby zu beschäftigen und es bei Laune zu halten ist wortwörtlich ein 24-Stunden Job. Essen, Duschen oder der Toilettengang werden zum Ding der Unmöglichkeit und können ur mit Baby im Schlepptau erledigt werden.

  • Will ständig an Brust oder Flasche

High Needs Babys wollen trinken, trinken, trinken. Ständig geben she Hunger-Signale und wollen an die Brust. Nur mit Brust oder Flasche ist es ihnen möglich sich zeitweise zu beruhigen. Sie trinken, um sich zu beruhigen, aus Langeweile, aus Gewohnheit, aus Hunger und aus Durst. Sie möchten am liebsten den ganzen Tag trinken. Die Mutter wird zum menschlichen Schnuller.

  • Wacht oft auf

Kennen Sie das, wenn sie ihr Baby schlafen legen und es so lange so unbeweglich daliegt, dass sie Angst bekommen und nachprüfen, ob es noch atmet? Nein? Dann sind Sie wahrscheinlich Elternteil eines High Needs Babys. Legen sie das Baby nach Stunden, in denen Sie es in den Schlaf geschaukelt haben, endlich ab dann liegt es zumeist nur für zehn bis zwanzig Minuten. Viel Zeit für Erhohlung oder gar Schlaf bleibt da nicht. Sie haben das Gefühl kaum haben Sie das Baby abgelegt, da wacht es auch schon wieder auf.

  • Ist fast immer unzufrieden
  • Unberechenbar

Sie glauben alles sei gut und plötzlich brüllt Ihr Baby los, als hätte es den Teufel höst persönlich gesehen.

  • Sensibel

Kuscheltiere, Schatten, Brillen, Geräusche, neue Menschen – es gibt jede Menge Dinge, auf die Ihr Baby erst einmal mit Stress oder Angst reagiert.

  • Lässt sich nicht ablegen

Sie sind immer wieder erstaunt, wie ihr High Needs Baby es innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde bemerkt, wenn sie versuchen, es abzulegen.

  • Benötigt Hilfe, um sich zu beruhigen

Ein High Needs Baby braucht in aller Regel viel elterliche Unterstützung um nach einer Stresssituation wieder seine Ruhe zu finden.

  • Trennt sich nicht gerne

Wird ein High Needs Baby von einem oder gar beiden Elternteilen getrennt bemerken Sie, dass das Baby unruhiger ist, weniger schläft, schlechter isst und viel mehr weint.

  • Es wird sich nicht “ausweinen”

Versuchen sie ein High Needs Baby zu ignorieren, wenn es schreit, wird sich sein Zustand in aller regeln verschlimmern.

Ich habe ein High Needs Baby, was tue ich jetzt?

Zuerst sollten Sie nachprüfen und sicherstellen, dass die Unruhe Ihres Baby vielleicht nicht doch von physischem Unwohlsein herrührt. Ursachen könnten Koliken, Verrenkungen oder Blockaden, hervorgerufen von dem Geburtsprozess, sein. Einen Kinderarzt oder Osteopath sollten Sie sofort zu rate ziehen, wenn Sie glauben ein High Needs Baby zu haben.

Falls sich keine physische Ursache finden lässt, dann sollten Sie akzeptieren, dass ihr Baby wahrscheinlich einfach eine fordernde Persönlichkeit hat. Versuchen Sie dies nicht negativ zu bewerten oder Ihr Baby mit dem Begriff High Needs Baby gar abzustempeln:

Viele Babys haben in den ersten zwei bis zehn Wochen eine Phase in der sie vermehrt quengeln. Das muss nicht dazu führen, dass Ihr Kind auch in späteren Lebensphasen schwierig ist. Ihr Baby kann sich noch in ein vollkommen einfaches, ruhiges und pflegeleichtes Kind entwickeln. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie es nicht in eine Schublade stecken und Ihm auch weiterhin in schwierigen Phasen mit viel Geduld, Hilfe und Liebe begegnen.

Vielleicht helfen Ihnen unsere Tips zum Umgang mit High Needs Babys dabei schwierige Phasen zu meistern:

  1. Teilen Sie die Arbeit

Spannen Sie Partner, Familie oder Freunde mit ein. Die Krankenkasse kann auf Antrag bis zu sechsundzwanzig Wochen eine Haushaltshilfe bezahlen, falls Ihr Arzt Ihnen Bettruhe verordnet. Etwa im Genesungsprozess nach Geburt oder Kaiserschnitt. Sprechen sie Ihren Arzt darauf an. Auch Kosten, die Ihrer Familie entstehen, während diese im Haushalt helfen werden erstattet.

2. Sparen Sie Energie

Stellen Sie alle Arbeiten, die gerade nebensächlich sind hinten an. Putzen, Kochen, Gäste bewirten- solche Arbeiten können Sie getrost ruhen lassen oder durch jemand anderen erledigen lassen. Legen Sie sich so oft hin, wie es Ihnen möglich ist. Teilen Sie die Baby-Schichten mit Ihrem Partner oder einem Verwandten auf, damit Sie zu Schlaf kommen. Schlafen Sie, wenn Ihr Baby gerade schläft.

3. Nutzen Sie verschiedene Tragehilfen

Tragehilfen sind ideal, um Unruhen Baby ihrerseits zu ein wenig Schlaf zu verhelfen, da es Ihnen oft schwer fällt alleine zu schlafen. Ihnen kann eine gute Tragehilfe zu Minuten und Stunden der Ruhe verhelfen. Verschiedene Tragehilfen sind dabei für unterschiedliche Situationen geeignet.

4. Testen Sie eine elektrische Federwiege, Babywippe oder einen Spielbogen

Das richtige Spielzeug oder die richtige Wiege kann Abhilfe schaffen. Möglicherweise müssen Sie nur die richtige Ablenkung für Ihr Baby finden. Eine elektrische Federwiege schwingt das Baby sanft auf und ab und erinnert es an die sachten Bewegungen, die es schon im Mutterleib erfahren hat. Viele Schreikinder und High Needs Babys lassen sich in einer Federwiege beruhigen.

5. Erkennen Sie Ihre Grenzen

Und überschreiten Sie diese nicht dauerhaft. Bitten Sie um Hilfe. Planen Sie genug Ruhe, um das Verhalten des Babys herum ein. Erlauben Sie sich im Zweifelsfall, das Baby auch mal beiseite zu legen, wenn Sie seine Bedürfnisse gestillt haben und Sie nicht mehr können. Verurteilen Sie sich nicht.

 

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